Vom Problem, einen guten Espresso zu finden
Wir sind jetzt seit über drei Monaten unterwegs und trinken seit dem 19. Oktober nur noch selten Kaffee, wie wir ihn schätzen ... Okay, das ist ein Luxus-Problem. Du hast vollkommen recht. Und wer sich ins Ausland begibt, soll sich den Gepflogenheiten dort anpassen. Kein Widerspruch. Wir haben uns angepasst, glaub mir.
Er: "Spatzerl, jetzt bruch i na än Espresso."
Sie: "Kein Problem, wir haben Zeit."
Er bestellt einen Espresso, was es aber hier gar nicht gibt. Die freundliche Bedienung verweist uns ins Nachbarhaus, wo es neben Riesentorten auch Espresso gibt. Wir staunen. Es kommt ein Espresso in einer richtigen Espresso-Tasse mit dem richtigen Anteil Schäumchen obendrauf. Wir geniessen diesen seltenen Moment und versuchen uns zu erinnern, wann wir wo das letzte Mal einen wirklich guten Espresso genossen haben.
Das ist eigentlich gar nicht so selten vorgekommen. Nur bekommt man den kleinen Schwarzen leider meist in einem 3-DL-Kartonbecher serviert, was einfach schon mal ein Genusskiller ist. Wunderbar ist es schon, wenn der Starke in einem kleinen Kartonbecher daherkommt, aber das passiert eher selten. Und Tassen? Ja, die gibt es definitiv so selten, dass unser Espresso hier in St. Augustine zu den Highlights in Sachen Kaffeegenuss erhoben wird.
Gestärkt mit einem echten Espresso legen wir die zweite Etappe locker zurück und trinken zum Ausklang noch einen Tee - das ist nämlich eine valable Alternative zum amerikanischen Kaffee, der zwar allerorts günstig ist und grosszügig ausgeschenkt wird, aber nicht immer unseren Geschmack trifft.
Du siehst, wir haben uns angepasst.
27.1.16/kbd