Fast verpennt
"Die Klippen von Acapulco" ist ein Jugendroman, den ich verschlungen habe (ich habe nicht nur Karl May gelesen!). Einmal diese Klippen in Natura sehen, war ein Traum, den ich mir vor 25 Jahren erfüllt habe.
Via Kuba sind wir zu unserer zweiten grossen Südamerikareise aufgebrochen. Wegen Flugverspätung und anderer Ungereimtheiten kamen wir nach 32 Stunden ununterbrochener Reisezeit am 31. Dezember 1990 an unserem ersten Zielort, Acapulco, an.
Zugegeben, wir waren ziemlich müde. Uns war beim Beziehen des Hotels klar, würden wir uns jetzt hinlegen, gäbe es vor morgen Früh kein Erwachen. Wollten wir Silvester nicht verschlafen, hiess es, bis Mitternacht durchhalten. Zuerst am Pool, dann am Zoccalo beim Nachtessen - Stunde um Stunde verrann. Wir bestellten zwei Cüpli und stiessen auf ein glückliches neues Jahr an und die bevorstehende Reise, die uns wiederum zu persönlichen Traumzielen führen sollte.
Doch irgendwie waren die Mexikaner und die anderen Touristen stier. Keine Stimmung, kein Korkenknallen, kein fröhliches Sich-Zuprosten.
Noch müder machten wir uns auf den Rückweg zum Hotel. Eine Bar direkt am Strand winkte uns dann doch noch zu für einen allerletzen Schlummi.
Merkwürdig, plötzlich verteilten sie da Masken, Spitzhüetli und Päpen. Die Leute kreischen und grölten, dann ein Moment Ruhe, dann: diez, nueve, ocho, siete ... tres, dos, uno - du ahnst es bereits: !feliz año nuevo!
Wir hatten die Uhr falsch umgestellt ...