Von Kinderträumen und vom Reisen
Eine Kreuzfahrt wird bei rund 2'000 Gästen an Bord wohl ebenso viele Male anders wahrgenommen. Das ist okay. Was ich aber auf keinen Fall stehen lassen will, ist ein Satz eines Gastes am Nebentisch (ich habe mal wieder gelauscht …). Der meinte nämlich, der Service hier sei schlecht.
Unsere Kabine wird zwei Mal am Tag gereinigt und wenn nötig mit frischen Badetüchern bestückt. Wenn ich etwas konsumieren möchte, werde ich immer von freundlichem, aufgestelltem Personal bedient. Nicht selten entspannen sich kleine Gespräche, bei denen wir etwas darüber erfahren, wer all diese guten Geister sind. Da ist Karen aus Jamaica, die meint, ich müsse ihre Insel unbedingt besser kennenlernen oder da ist diese zierliche Philippinin, die immer so herzlich lächelt, wenn wir uns hinsetzen und bereits ahnt, dass wir unseren Espresso brauchen. Da ist auch der Barman, der zur Backgroundmusik mitsingt und schon fast die Cachaça-Flasche für unseren Caipirinha in der Hand hat, wenn er uns sieht. Schon nach wenigen Tagen haben sie uns jeweils erkannt.
Mit unsren Kellnern, Vikas und Suresh, beim Nachtessen haben wir das ganz grosse Los gezogen. Aufmerksam, fast liebevoll, werden wir Abend für Abend mit bestem Essen und Wein verwöhnt. Man merkt einfach, sie lieben ihren Job und den Umgang mit Gästen. Wir unterhalten uns auf Englisch, auch ein bisschen auf Deutsch. Immer mal wieder fragen sie nach, sie bemühen sich, Neues dazuzulernen. Wie sagt man auf Deutsch … ? Sie unterhalten uns mit Rätseln, die zu lösen Spass macht und nach gelungener Lösung strahlen wir alle.
Wo ist da ein schlechter Service, bitte sehr?
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