Von Kinderträumen und vom Reisen
Als wir ein erstes Mal ein Restaurant besuchten, war uns nicht bewusst, dass man da nicht – wie bei uns - einfach reingeht und sich an einen freien Tisch setzt, sondern dass man wartet, bis man platziert wird. Eigentlich eine gute Sitte, denn so war allen bewusst, an welchem Tisch neue Gäste sassen und die Karte hatten wir auch schon. Ein weiterer Pluspunkt in der amerikanischen Gastronomie ist, dass eigentlich überall Tischwasser gratis ist.
Das hat manche Rechnung entlastet, denn (und hier sind wir in New York, wo alles noch teurer ist, beinahe unter den Tisch gefallen vor Schreck) denk ja nie, wenn 20 Dollar steht, dass etwas auch 20 Dollar kostet. Es kommt immer noch eine Steuer (Tax) drauf, je nach Staat bis zu fast 20 %. Dem ist noch nicht genug. In einzelnen Restaurant wird ungefragt nochmals bis zu 20 % Tip (Trinkgeld) auf die Rechnung draufgeschlagen. So zahlten wir bei unserem ersten Nachtessen statt der angenommenen ca. 90 Dollar deren stolze 120. Man kann das auch Lehrgeld nennen. In anderen Staaten darf man den Tip übrigens selber festlegen.
Wird das leere Geschirr dann abgetragen, folgt noch die Frage nach einem Dessert. Darauf haben wir meist verzichtet (grosse Portionen). Dieses Nein bedeutet aber gleichzeitig, dass zwei Minuten später die Rechnung gereicht wird. War das Lokal gut besucht, haben wir uns fast ein bisschen gehetzt gefühlt. Hatte es noch genug Plätze im Restaurant, wurde mit der Rechnung meist darauf hingewiesen, dass wir sie dann zahlen können, wenn wir soweit seien. Vielfach stand auf derselben noch ein lieber Gruss oder es lachte uns ein Smile entgegen, sehr geschickt dort hingekritzelt, wo der Tip eingetragen werden kann.
A propos grosse Portionen: scheu dich nicht für Reste eine Box zu verlangen, das ist in den USA völlig normal. Meist fragt die Bedienung sogar von sich aus. Es ist noch nicht mal nötig, dass du zweimal hintereinander das Gleiche essen musst, denn trägst du eine solche Restenbox bei dir, wirst du bestimmt von jemandem, dem du den Hunger förmlich ansiehst, darauf angesprochen. Er freut sich und wünscht «God bless you.»
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