Von Kinderträumen und vom Reisen
Mehr als einmal sind wir während unserer USA-Reise an Begebenheiten unserer grossen Lateinarika-Reisen erinnert worden.
So z. B. beim Nachtessen im Touristen-Hot-Spot "French Quarter" in New Orleans. Die ganze Ausstrahlung der Stadt hat uns vom ersten Moment an an Südamerika und das French Quarter an Rio de Janeiro erinnert. Nicht das Strassenbild, es war die Stimmung. Das mag wohl auch daran gelegen haben, dass wir Rio zur Carnevals-Zeit erlebten und in New Orleans die Südstaaten-Variante "Mardi Gras" bevorstand.
In besagtem Lokal unweit der berühmten Bourbon-Street hat sich ein etwa acht Jahre alter Jungen über die Hintertreppe reingeschmuggelt und uns Peanuts zum Verkauf angeboten - ein Päckli für 3, zwei für 5 $. Da war es wieder, so ein Déjà-Vu. Was haben wir in Rio damals den Kindern Kaugummis abgekauft. oftmals noch nach Mitternacht, als ihnen beinahe die Augen vor Müdigkeit zufielen. Unser Chicle-Vorrat reichte wochenlang.
Dass auch in den USA Kinder auf nächtliche Verkaufstour gehen müssen, hat uns dann doch nachdenklich gestimmt. Trotz der Vermutung, dass das Geld wahrscheinlich an den alkoholabhängigen Vater geht, haben wir ein Päckli gekauft. Vielleicht erspart ein magerer Gewinn dem Kleinen ja Schläge. Wo Kinder betteln, sind oft auch diese Geschichten im Hintergrund bittere Wahrheit.
28.2.16/kbd