Kein Geld und noch mehr Pisco ...

Silvester 1988 verbrachten wir in Lima. Das war der Start zu unserer Reise durch Peru, Bolivien, Brasilien und Argentinien, zugleich mein erster Kontakt mit einer unvorstellbaren Armut; aber ich war auch zum ersten Mal in einer Stadt, in der gleich viele Menschen leben wie in der ganzen Schweiz. Innert kürzester Zeit prasselten die extremsten Eindrücke auf mich ein. Dazu kam eine Wirtschaftssituation, wie sie damals auf viele lateinamerikanische Staaten zutraf: Hyperinflation. Mit zehn Dollars am Tag lebte man wie die Made im Speck. Die Geldwechlser führten wahre Bibeln an Geldbündeln mit sich, um die begehrte Fremdwährung zu erhalten. Für uns bedeutete das, tägliches Geldwechseln, da der Kurs aus unserer Sicht praktisch stündlich attraktiver wurde.

Trotzdem brachten wir es fertig, am Silvester unsere Rechnung nicht zahlen zu können. Zur Feier des Tages beschlossen wir, in einem teuren Lokal essen zu gehen. Wir konsumierten und genossen, lernten zudem das Nationalgetränk, Pisco Sour, kennen. Der kostete übergebühren viel und sprengte die Rechnung, die nun unser Barvermögen überstieg.

Ich opferte mich, blieb quasi als Pfand sitzen und ... bestellte noch einen Pisco, während Luki rasch baren Nachschub organisierte. Problem gelöst.

Angestossen haben wir an der Quebrada in Miraflores mit Bier, das einheimische Jugendliche mit uns teilten. !Feliz año nuevo!

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