Von Kinderträumen und vom Reisen
Auf unserer Fahrt von Denver ins "Land der Nationalparks" kamen wir bei Vail vorbei und übernachteten in Glenwood Springs, einem Kurort mit Thermalquellen ganz in der Nähe von Aspen. Die Fahrt bescherte uns den ersten Wintereinbruch.
In Glenwood Springs angekommen, bezogen wir unser Motel und fragten nach dem Weg zu den "Hot Springs". Unser Gastvater kam sofort ins Schwärmen und empfahl uns, den kurzen Weg dorthin erst gegen 17.00 Uhr zu unternehmen, weil dann das Pool nur wenig beleuchtet und mit Nebelschwaden umhüllt besonders romantisch sei. Seine Worte begleitete er mit einem verschmitzen Augenzwinkern.
Nach dem Eindunkeln machten wir uns also auf den Weg. Dieser trennte sich dann vor den Umkleidekabinen. Luki für Männlein, Karin für Weiblein.
Ich duschte und machte mich auf zum Pool. Dieser lag lediglich schummrig beleuchtet vor mir und der Dampf stieg mystisch ins Dunkle. Luki sah ich nirgends. In die Männergarderobe nachschauen gehen, konnte ich nicht, also nichts wie rein ins 40 Grad warme Quellwasser. Das tat gut. Ich wartete nur noch auf Luki. Und wartete. Und wartete.
Die Stimmung war zwar wirklich magisch, doch so ganz alleine kann keine Romantik aufkommen. Da, da ist jemand mit Locken. Im Dunkeln nehme ich eine Silhouette wahr, die Luki sein könnte. Leider nein, die Locken gehörten eine dauergewellten Dame, die mich etwas verduzt anschaute, als ich gezielt auf sie zuschwamm. Im Nebel kann so etwas ja mal vorkommen.
Er kam dann doch noch - seine Abwesenheit erklärte sich mit dem Nichtverstehen des Funktionierens des Schliessfaches. Die Münze verschwand im Schlitz, doch irgend etwas ging schief und Luki musste nochmals einen Quarter (25 Cents) organisieren.
Endlich konnten wir in trauter Zweisamkeit diese besondere Stimmung geniessen, die herrscht, wenn über heissem Wasser die Nebelschwaden in difusem Licht gen den schwarzen Nachthimmel steigen.
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