Von Kinderträumen und vom Reisen
Washington ist eine beschauliche Anhäufung monumentaler Bauten und Memorials. Es ist unglaublich, wem man hier alles begegnen kann. Natürlich der präsidialen Familie im Weissen Haus (also, man geht davon aus, dass sie gerade zuhause ist …). Davor darf demonstriert werden, z. B. gegen Atomwaffen oder gegen Schwangerschaftsabbruch. Kaum jemand nimmt Notiz davon. Fotografischer Höhepunkt ist ganz klar ein Bild mit diesem berühmten Wohnsitz im Hintergrund.
Es gibt fast für jeden amerikanischen Präsidenten ein Memorial, eine Statue oder ein Center, angefangen bei Georg Washington über Abraham Lincoln bis John F. Kennedy, um nur ein paar zu nennen.
Wir trafen aber auch andere historische Grössen, wie z. B. den Mexikaner Benito Juarez oder Simon Bolivar, den Befreier einzelner südamerikanischer Staaten von der Spanischen Kolonialmacht.
Alles in allem wirkt ein guter Teil Washingtons wie eine riesige Parkanlage. Aber nicht eine, in der man vor Ehrfurcht erstarren muss, sondern sie ist von Leben erfüllt. Da steht neben dem Monolith das Zelt einer Freikirche, auf einer anderen Wiese trainieren sportliche Frauen ihre Rumpfmuskulatur oder weiter drüben wird Soccer gespielt. Und noch eine Ecke weiter tummelt sich eine Gruppe Pfadfinder bei einem Geländespiel.
Wie anders war das vor 25 Jahren in Venezuela, als wir bei 40° C im Schatten die Plaza mit der Statue von Simon Bolivar nicht überqueren durften, weil wir (wen wundert’s) kurze Hosen und Flip Flops trugen.
Da loben wir uns die monumentale Beschaulichkeit der US-amerikanischen Hauptstadt und stellen fest, dass sich hiervor sogar die Bäume verbeugen.
8.11.15/kbd
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