Drii Walliser üf Kuba

Am Horizont deutlich zu erkennen: die Zuckerrohr- und Tabak-Insel Kuba

Auf unserer Kreuzfahrt rund um Kuba blicken wir stundenlang auf die Küsten der Castro-Insel. Spontan kommt uns wieder die Geschichte vor 25 Jahren in den Sinn.

Damals begann unsere halbjährige Reise durch Lateinamerika mit einem Flug der Cubana Basel - Havanna. Wir hatten eine Hotelübernachtung in Kuba gebucht und sollten am anderen Morgen weiter nach Mexico-City fliegen. Der Flug hatte allerdings so viel Verspätung, dass uns die Zöllner nicht mehr einreisen liessen. So strandeten wir im internationalen Bereich auf dem Flughafen Havanna und mit uns drei Schweizer aus dem Wallis.

«Händs eu au nid innägla?», frage ich einen der Jungs.

«Ja, mir händ keis Visum und wänd sowieso üf Jamaica. Aber das hät ja käner Schiff und käner Flüg vo Kuba wäg, händ üs gseit.»

«Dän müender au uf Mexico-City flügä?»

«Ja, hüera siäch, das sigi diä einzigi Möglichkeit, dass mir hiär wäg chömed!»

Die drei Walliser überbrückten die Zeit von morgens um vier bis zehn mit reichlich Weisswein, den sie wohl aus dem Wallis im Handgepäck mitgenommen hatten. Wir versuchten mit viel Geduld, einen Kaffee bei einer schläfrigen Kubanerin zu bestellen.

Im Flugzeug ging es munter weiter mit dem «Wissä süffä», von der Cubana offertierte Cüpli. Die Landung in Mexico-City war pünktlich.

«Hey, ir gsend üs, als ob er hüerä güät drüüs chömed. Chönd ir üs sägä, wo da där Hafä isch?»

«Frögsch das im Ernst, ihr wänd da uf es Schiff? Mir sind uf über 2000 m! Dä nächscht Hafä isch Vera Cruz, öpä 500 km vo da!»

Die Walliser untereinander: «Ich han der ja gseit, es isch nid so eifach zum üf Jamaica z’choo vo da. Ja güat, dän gömer halt uf Guadelüpe … !»

«Denn toi toi toi!!», wünschten wir ihnen und dachten: «Diä sind glaub s’erscht Mal i dä ‘Üsserschwiiz’.»

23.2.2016/ld