Politisches Frühstück

Breakfast in America, sollte es bei einem Hotel im Preis inbegriffen sein, ist eher als frugal zu bezeichnen. Das Buffet erweist sich immer gleich mit Toastbrot, Konfitüre, Butter, evtl. Eier in irgendeiner Form, evtl. Waffeln, evtl. Danish, evtl. Joghurt, hin und wieder Früchte, ach ja, und Corn Flakes oder etwas Verwandtes. Gewöhnungsbedürftig ist vor allem (und das egal, wie viele Sterne das Hotel hat), dass das Geschirr fast ausnahmslos aus Karton, Plastik oder Styropor ist.

Ein Frühstück bleibt trotzdem als bemerkenswert in Erinnerung. Es war Ende 2015 drüben am Pazifik, als wir mit einer alten Lady ins Gespräch kamen. Dazu muss man wissen, dass Politik ein Thema ist, über welches man nicht mit Fremden spricht. Diese resolute Dame hat sich als Einzige zur amerikanischen Politik geäussert. Ihre Meinung als Texanerin, Texas sei fürchterlich konservativ ausser - sie lebe zum Glück dort - die Stadt Austin. Und das Schlimmste, was den USA passierte, sei Donald Trump. Für den müsse man sich ja richtig schämen.

Knapp zwei Monate später, die Vorwahlen sind am Laufen und haben erste Ergebnisse gebracht. Was würde unsere streitbare Lady aus Austin wohl zu diesen Prozentzahlen, die Trump erreicht hat, sagen? In New Hamsphire beispielsweise gewann er mit seinen 35,3 % bei den Republikanern 10 Delegierte.

Meine Meinung: Da kann einem ja Angst und Bange werden - reden wir lieber übers Frühstück.

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