Martin Luther King-Day, Atlanta, 18. Januar 2016
Martin Luther King jr. wurde am 15. Januar 1929 geboren. Aber jetzt hier seine Biographie zusammenzufassen, würde den Rahmen sprengen. Es war einfach nur eine einzigartige Erfahrung, dass wir just an seinem Gedenktag hier in seiner Geburtsstadt Atlanta waren.
MLKs Geburtstag wurde vor 30 Jahren von Ronald Reagan zum nationalen Gedenktag erklärt, nachdem der Kongress mit einer 2/3-Mehrheit dafür gestimmt hat. Reagan war eigentlich dagegen, bei einer 2/3-Mehrheit hilft dem Präsidenten aber das Vetorecht nichts. Seither also feiern die Amerikaner diesen Tag jeweils am 3. Montag im Januar. Wie er in anderen Städten begangen wird, wissen wir nicht. Wir hatten aber die Gelegenheit, hier in Atlanta hautnah mit dabei zu sein.
Die Gedenkreden wurden im Fernsehen live übertragen, im Frühstücksraum unseres Hotels konnten wir das mitverfolgen. Und schon da spürten wir die enorme Verbundenheit mit diesem Mann, aber auch mit seiner Familie. Wir wurden über alle Redner aufgeklärt, seine Tochter Bernice, seine andere Tochter, gar MLKs Schwester hörten wir. Dann brachen wir auf zum National Historic Park und kamen schon bald in das Viertel, das ganz in Kings Zeichen steht: Die Kirche, in der er - wie schon sein Vater und sein Grossvater - gepredigt hatte, das Feuerwehrhaus, hinter dem er mit seinen Freunden Basketball gespielt hatte, sein Geburtshaus, wo er einen Grossteil seiner Kindheit verbracht hatte und, und, und ...
Beeindruckender war aber der grosse, grosse Menschenaufmarsch in all diesen Zentren und Ausstellungsräumen. Vor seinem Geburtsthaus war die Kolonne so lang, dass wir forfait gaben. An besonderen Punkten bildeten sich Menschentrauben, damit jeder sein Erinnungsfoto schiessen konnte. Ich lauschte vielen Eltern, die ihren Kindern ehrfurchtsvoll erzählten, wer Martin Luther King jr. war und was er für die Amerikaner alles leistete.
Jedes Jahr wird zu Ehren von Dr. Kings Geburtstag eine Parade durchgeführt. Daran teilnehmen kann jeder. Wir zählten Schulen, Pfadigruppen, Studentenkreise; es gab politische Statements aber auch einfach nur ein "Happy Birthday" für MLK. Superspannend!
Dankbar blicke ich auf einen besonderen Tag zurück.