Wir sitzen auf der Sonnenterasse unseres Hotels in Carlsbad am Pazifik. Unter uns liegt ein schier endloser Strand. Wie es sich in Kalifornien gehört, sind Wellenreiter am Werk.

An diesem Küstenabschnitt sind heute die Wellen nicht wahnsinnig gewaltig. Wir vermuten deshalb, dass es sich hier um eine Gruppe Anfänger handeln muss, die sich dem Element Wasser und seinen Kräften annähern.

1. Rauskommen: Immerhin hat man ein Brett über oder durch die Wellen ein Stück weg vom Strand zu bringen.

2. Warten: Einmal draussen, hockt man sich aufs Brett und wartet auf den kleinen Wellen schaukelnd diejenige ab, die einem dann den Ritt zurück zum Strand erlaubt. Geduld ist gefragt.

3. Timing: Kommt dann die Welle, bei der alles stimmt, muss man sich flink und geschickt aufs Brett stellen.

4. Gleichgewicht: Das A und O für das glückliche Reiten auf der Krone einer Welle sind Standhaftigkeit und eine gute Balance. Trotzdem folgt zwangsläufig am Ende entweder der Abstieg vom Brett oder der Sturz. Doch wir kennen das Zitat:

STÜRZEN IST KEINE SCHANDE, NUR LIEGENBLEIBEN

Unter diesem Aspekt ist Surfen eine wunderbare Lebensschule. Denn es fordert Beharrlichkeit, sich aus dem kühlen und salzigen Nass immer wieder zu erheben, wieder den K(r)ampf mit dem Brett gegen die Wellen aufzunehmen, den richtigen Moment abzuwarten und dann ein paar Sekunden lang ganz oben auf zu sein.

Zugucken inspiriert 🤩

27.12.15/kbd