Begegnung in Visalia

Auf dem Parkplatz unseres Motels kamen wir mit einem jungen Mann ins Gespräch, der gerade von Texas zurück nach Kalifornien gezogen ist und wegen Renovationsarbeiten am eigenen Haus die Zeit im Motel überbrückt. Als er von unseren Reiseplänen hörte, liessen er sich mit Tipps nicht lumpen.

Für einen Tipp sind wir besonders dankbar.

«In San Francisco müsst ihr unbedingt «Tschoudar» probieren.»

«Sorry, das kenne ich nicht, was ist das?»

Wir verstanden von all den Zutaten, die er aufzählte, lediglich Suppe, Kartoffeln und Brot. All das tönte für mich nach Cheddar, also Käse. Sollte es eine amerikanische Variante unseres Fondue sein? Schüchterne Rückfrage meinerseits.

«Cheddar, like the cheese?»

«O no, no cheese. C-H-O-W-D-E-R, a soupe, really delicious.»

Noch nicht ganz sicher, ob wir das wirklich alles richtig verstanden hatten, reisten wir weiter. Ein paar Tage später dann an der Fishermans wharf in Frisco die grosse Erleuchtung: Chowder ist eine Kartoffelsuppe mit Muschelbeilage oder Muschelsuppe mit Kartoffelwürfeln (je nach Sichtweise), hier am Pier in einem kleinen Brotlaib serviert. Und sie schmeckt wunderbar.

17.12.2015/kbd

Rezept

Zutaten: Venusmuscheln (wir haben aber meist Crevetten in der Suppe gehabt, also geht das wohl auch), Speckwürfel, 1 Gemüsezwiebel, 500 g Kartoffeln gewürfelt, Gewürze (ich fand keine näheren Angaben, also würzen nach Lust und Laune …), Lorbeerblatt, 400 ml Wasser, 475 ml Milch und 200 ml Rahm, 2 EL gehackte Peterli

Zubereitung 💋

Die Muscheln sorgfältig säubern (Muscheln mit beschädigter Schale wegwerfen) und in einem Topf mit dem Wasser aufsetzen, würzen (z. B. Bouillonwürfel). Aufkochen und bei geschlossenem Deckel etwa 10 Minuten köcheln, bis sich die Schalen geöffnet haben. Danach von Herd nehmen, die Hälfte des Suds in eine Schüssel abgießen und die Muscheln abkühlen lassen - Muscheln, die sich nicht geöffnet haben entfernen. 

Die Zwiebeln fein hacken. Die Kartoffeln schälen und klein würfeln. Die Spekwürfel in einer großen Kasserolle kross braten. Die Zwiebeln dazugeben und 8-10 Minuten weich dünsten. Den Muschelsud, das Lorbeerblatt und die Kartoffeln dazugeben. Die Muscheln mit einer Gabel aus der Schale holen und grob halbieren oder dritteln, nicht zu klein schneiden. 

Die Muscheln in die Suppe geben und alles bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind. Milch und Sahne mischen und in einem kleinen Topf kurz aufwärmen. Das Lorbeerblatt entfernen, etwa die Hälfte der Kartoffeln und Zwiebeln (keine Muscheln!) und zwei bis drei Schöpflöffel der Brühe in eine Schüssel geben und mit dem Pürierstab fein pürieren. Das Püree und die warme Milch-Sahne-Mischung in die Suppe einrühren und kurz aufköcheln lassen, dabei sanft umrühren.

In Suppenteller oder Schale geben und mit der Peterli garnieren.

Es gibt mittlerweile zig Varianten dieses Rezeptes, das von französischen Seeleuten stammen soll. Dazu serviert man nicht mehr Schiffszwieback sondern kann Cracker nehmen.

En Guete!